
Der MANV-H Algorithmus
Der MANV-H Algorithmus dient als Empfehlung zur Triage bei einem Massenanfall von Verletzten oder Erkrankten für den Hospitalisationsraum (MANV-H). Mit diesem Algorithmus können sowohl traumatologische als auch nicht-traumatologische Patientinnen und Patienten nach einem Grossschadensereignis und / oder einer ausserordentlichen Lage triagiert werden. Dies beinhaltet auch Situationen, bei denen die Anzahl der schwer verletzten oder schwer erkrankten Patienten die Kapazitäten einer Notfallstation oder des Spitals stark überschreiten.
Der MANV-H Algorithmus bietet der triagierenden Person klare Kriterien anhand der klinischen Beurteilungsparameter nach dem x-A-B-C-D-E Prinzip der Notfallmedizin, um eine begründete und nachvollziehbare Triageentscheidung für die innerklinische Triage im Hospitalisationsraum zu treffen. Mit Hilfe der Tabelle 3 werden die einzelnen Kriterien und klinischen Zeichen jeder Triagestufe erklärt. Diese Kriterien und klinische Zeichen sowie ihre Erläuterungen dienen als Beispiele und sind weder abschliessend noch vollständig.
Im Rahmen eines Massenanfalls von Verletzten oder Erkrankten (MANV) wird nicht immer die Möglichkeit eines genauen Detailierungsgrades der Verletzung oder der Erkrankung gegeben sein. Entsprechend werden eintreffende Patienten anhand gleicher oder ähnlicher klinischer Zeichen einer Triagestufe im MANV-H Algorithmus zugeteilt. In der ausserordentlichen Lage eines MANV muss von den alltäglichen Triagesytemen und Behandlungsprinzipien Abstand genommen werden. Hierbei stellt der MANV-H Algorithmus ein wesentliches Hilfsmittel dar, da er die räumlichen und personellen Ressourcen des Spitals in den Fokus rückt.
Der MANV-H Algorithmus orientiert sich an den Behandlungs- und Transportprioritäten der präklinischen Triage. Dies gewährleistet eine durchgängige Einheitlichkeit aller an der Rettungskette beteiligten Institutionen.
Da sich Patienten auf dem Transport vom Ort des Ereignisses zum Spital verschlechtern oder stabilisieren können, wird bei Eintritt bei allen Patienten die präklinische Priorität überprüft und mit der innerklinischen Evaluation neu festgelegt. Zudem unterscheiden sich die personellen und materiellen Ressourcen in der Präklinik gegenüber denen im Hospitalisationsraum, was ebenfalls einen Einfluss auf die innerklinische Behandlungsdringlichkeit hat. Um diesen unterschiedlichen Ressourcen Rechnung zu tragen, wird bei der innerklinischen Triage mit dem MANV-H Algorithmus eine 5-Stufige Einteilung vorgenommen und zwischen Rot und Gelb der Präklinik zusätzlich die Triagekategorie Orange eingefügt.